

Immer noch den einzigartigen Abend in Tamworth Castle in Erinnerung (siehe Ausgabe #3), freute ich mich, als ich endlich die damals mitgeschnittene und auch für "Ende '96" versprochene CD [Don't Panic Productions 0002] im Briefkasten fand. Was nun aber zu hören ist, holte mich schnell auf den Boden zurück: Nichts ist mehr übrig geblieben von der besonderen Akustik und der lockeren Atmosphäre zwischen Musikern und Publikum. Diese CD scheint ein Studioalbum zu sein. Allein der dazwischengemischte Applaus ist wirklich vom 4. Mai.
Zunächst liest man auf dem beruhigend schlicht gestalteten Cover, daß die CD nun A LITTLE LIGHT
ON AN ELECTRIC NIGHT und nicht "A Little Electric Night On A Spring Night" (identisch mit dem
Namen der Veranstaltung) heißt. Das könnte neben der Tatsache, daß der Name nun besser über die
Zunge geht, darauf hinweisen, wie weit man sich inzwischen von besagtem Abend wegbewegt hat.
Das Album wird mit den beiden Phil Bates-Solonummern WORLD'S GONE CRAZY und NAKED eingeleitet.
Wie schon beim Konzert erzeugen sie beim Zuhörer nicht mehr als ein quälendes Gefühl, und das
ständige hin- und herwechseln der Gitarre zwischen den beiden Kanälen wirkt hier bei NAKED
besonders nervend. Überraschend "hochgeholt" wird man durch die beiden folgenden Gitarrenstücke
HEARTSONG und ON CAMBER SANDS von Gordon Giltrap, der nicht nur durch den Optimismus seiner
Musik, sondern auch durch seine Spielweise den Hörer in seinen Bann zieht. Danach die Simme von
Jo Bates: SUMMERTIME - der Gershwin-Klassiker - war beim Konzert eigentlich der Knaller, mit
dem sie das Publikum zur Euphorie trieb. Hier neu eingesungen, geschliffen und poliert ist es
zwar eine schöne, aber doch nur eine von Tausend anderen Versionen.
PORT IN A STORM und THE WAY THE RIVER FLOWS sind die beiden Titel, die Phil und Mik (wie auch auf der "NAKED"-CD) zusammen spielen. Ohne Überraschungen. Es folgt ein todtrauriger Kelly mit NO-ONE WAS SAVED. Und wie ich überrascht lese, hat Kelly diesen Song auch komponiert. Nun grüble ich darüber nach, warum ich das Lied schon vorher kannte. Das letzte Drittel der CD umfaßt vier Titel aus dem aktuellen ELO Part II Liverepertoire in abgespeckten Unplugged-Versionen. Durch die Congas hören sich nun auch WHISKEY GIRLS und ONE MORE TOMORROW ziemlich "Ethno-Ambiente"-mäßig an, wie wir es von SHOWDOWN ja bereits her kennen. Bei der Neueinspielung von EVIL WOMAN wurde jedoch auf Bev verzichtet.
Alles in allem ein eher stilles und - wenn man so sagen kann - vorsichtiges Album, das trotz allem sicherlich seine Freunde finden wird. Statt der ELO-Stücke (die live gut rüberkamen, aber auf dem Album nur verlieren können, da wir ja die Originale kennen), hätte ich mich mehr über das Gitarrenduett von Phil und Gordon Giltrap, sowie Kellys glänzenden Vortrag von STARRY STARRY NIGHT gefreut. Bleibt die Frage, warum man ein unwiederbringliches Konzert veranstaltet, wenn anschließend den größte Teil der Songs noch einmal im Studio eingespielt und die mitklatschenden Fans rausgemischt werden und alle Dialoge - die ja auch mit zu einem Konzert gehören - draußen bleiben. - ms -
Unlängst stellte die amerikanische Rockband Aerosmith der Presse ihr neues Album "Nine Lives"
(Veröffentlichung: 10. März '97) vor. Vierzehn Tracks haben die Jungs um Frontmann Steven Tyler
unter der Regie des Produzenten Kevin Shirley eingespielt. Der hatte diesen Job von Glen
Ballard übernommen, der ursprünglich als Produzent vorgesehen war, sich aber während der ersten
Aufnahmen mit der Band zerstritten hatte, da ihnen sein High-Tech-Producing misfiel. Klar
ist inzwischen, daß sich unter den Stücken auf dem Album keines befindet, bei dem Jeff Lynne
in irgendeiner Form (als Komponist oder Produzent) beteiligt ist. Was aus seinem Song "Lizard
Love" geworden ist, bleibt nach wie vor ein ungelöstes Geheimnis. Gerüchteweise soll es sich
bei diesem Stück um einen bisher unveröffentlichten Take für den Soundtrack von "Jurassic Park"
handeln. Vielleicht taucht es ja mal als Outtake oder Bootleg auf... - dmh -
Die holländische Gruppe TEN SHARP hat auf ihrem Album "Ten Sharp 'Roots' Live" (Columbia COL 485365 2) zwei ELO-Titel gecovert: "Livin' Thing" und "Mr. Blue Sky", halten sich sehr eng am lynnschen Original, und befinden sich in guter Gesellschaft von weiteren bekannten Songs. Da sich der Albumtitel wohl auf die "Wurzeln" der Gruppe TEN SHARP beziehen soll, verwundert es auch nicht, daß 10 der 11 Songs auf dem Album Coverversionen sind. Neben Lynne gibt's noch Songs von Jagger/Richards, Kenny Loggins, Phil Lynott und das berühmte "Harvest For The World". "Livin' Thing" beginnt mit dem letzten Ton von "So Fine" und am Ende spielt der Geiger ein Violinenoutro. Bei "Mr. Blue Sky" läuft das "Wettervorhersagen" Originalintro vom "Out Of The Blue"-Album vom Band, bevor die holländische Gruppe einsetzt. TEN SHARP sind ein Duo und sie werden von einer sechsköpfigen Musikerschar unterstützt. Vielleicht wäre es damit vergleichbar, wenn die MÜNCHNER FREIHEIT eine "Wurzel" CD herausbringen würden, mit Songs all ihrer musikalischen Vorbilder, und es würden sich ELO-Songs darunter befinden. - gutt -
Immer auf der Suche nach Raritäten, fiel mir kürzlich auf einer Plattenbörse eine der
unzähligen BEATLES-Bootlegs in die Hände: "The Mystic Maestro" (OSA - HQ003). Diesmal war es
eine Zusammenstellung von GEORGE HARRISON Raritäten aus über 20 Jahren. Eigentlich nichts
besonderes, wäre da nicht das Stück Nummer 15, dessen Titel auf dem Cover fälschlicherweise mit
"Hottest GOING In Town" angegeben ist. Es ist natürlich "Hottest GONG In Town" aus dem
"Shanghai Surprise" Soundtrack. Bekanntlich war "Shanghai Surprise" eines der ersten Projekte,
an dem George mit Jeff Lynne zusammenarbeitete. Einige der "Shanghai Surprise"-Songs
("Someplace Else", "Breath Away From Heaven", "Zig Zag") wurden für "Cloud 9" überarbeitet bzw.
neu eingespielt. Andere Songs, nämlich der Titelsong (ein nettes Duett mit der bereits
verstorbenen Vickie Brown) und eben "Hottest Gong In Town", blieben unveröffentlicht. Der
Titelsong tauchte 1987 zusammen mit den Filmversionen von "Someplace Else" und "Breath Away
From Heaven" auf einem Doppel-LP-Bootleg mit dem neckischen Titel "OHNOTHIMAGEN" oder auch
"oh not him again" (ach nicht der schon wieder) auf. Angeblich soll es aber auch ein
Single-Acetat von "Shanghai Surprise" geben. "Hottest Gong In Town" ist nun zum ersten mal
erhältlich, und dazu noch in einer hervorragenden Ton-Qualität. Das einzige Problem mit den
"Shanghai Surprise"-Liedern ist, daß wir leider nicht genau wissen, inwieweit Jeff an ihnen
wirklich beteiligt ist. Die Infos auf der CD beschränken sich auf das Jahr, den Komponisten und
den (dazu noch falschen) Titel. Der Abspann des Films gibt da schon mehr her. Man erfährt etwas
über die Komponisten und die Interpreten, aber leider auch nicht allzuviel über die Produzenten:
Shanghai Surprise (Harrison) GEORGE HARRISON & VICKIE BROWN
Someplace Else (Harrison) GEORGE HARRISON
Breath Away From Heaven (Harrison) GEORGE HARRISON
Zig Zag (Harrison/Lynne) THE GAS LIGHT ORCHESTRA (arranged by John Du Prez)
Hottest Gong In Town (Harrison) THE ZIG ZAGGERS (arranged by John Du Prez)
Bei "Zig Zag" ist Jeffs Beteiligung eindeutig, nicht nur weil er den Song mitkomponierte, sondern auch wegen des humorvollen Namens der Band. Der Bandname bei "Hottest Gong In Town" läßt vermuten, daß Jeff auch hier mit von der Partie ist. Bei den anderen Songs ist seine Beteiligung eher fraglich. Doch zurück zu dieser CD. Außer "Hottest Gong In Town" verbergen sich nämlich noch zwei Schätze auf der CD, die man erst beim Reinhören als solche erkennt, und zwar die TRAVELING WILBURYS Demo-Outtakes "Maxine" und "End Of The Line". Eigentlich wären sie nichts besonderes, da sie ja schon X-mal auf diversen Bootleg LPs und CDs erschienen sind, aber diese Versionen hier sind einmalig, denn sie haben eine bisher nicht gehörte Soundqualität. Dazu kommt noch, daß "Maxine" 22 Sekunden länger ist als auf der "Volume 4" und auch etwas anderes abgemischt wurde - die Stimme von George leicht nach links verschoben. Kleiner Wermutstropfen am Rande: "End Of The Line" wird, wie auf der "Volume 2", zu früh ausgeblendet. Auf der "Vol. 2" wird dann für die letzten 5 Sekunden noch mal die Lautstärke hoch gedreht, auf "The Mystic Maestro" bleibt es stumm.
Die übrigen 13 Songs auf "The Mystic Maestro" sind mehr oder weniger uninteressant (es sei denn man ist wie ich auch noch BEATLES-Fan). Bei ein paar darf man noch rätseln, ob Jeff nicht doch irgendwo seine Finger im Spiel hat. Vielleicht bei den Remix-Versionen von "Sat Singing", "Lay His Head", "Flying Hour" und "Tears Of The World", oder bei "Between The Devil And The Deep Blue Sea"? Letzterer Song stammt aus 1991 und ist wohl eine Coverversion, deren Tonqualität recht gut, aber nicht überragend ist. Bei den Remix-Versionen ist die Beteiligung von Jeff (am Remix), nach allem, was wir wissen, eher unwahrscheinlich. "Between The Devil And The Deep Blue Sea" hörte ich zum ersten mal, und allein vom Anhören würde ich für die Beteiligung von Jeff meine Hand nicht ins Feuer legen. Zusammenfassend läßt sich sagen: "The Mystic Maestro" ist ein Muß für den Sammler. Die CD ist aber auch für jemanden interessant, der einfach nur gerne GEORGE HARRISON hört, denn die hier sind einige der besten Raritäten versammelt. - avp -

Halt! Nicht nur einmal flüchtig durchhören und dann achselzuckend zu den CDs ins Regal stellen, die man sich ja doch nicht wieder anhört. Wie bei jedem guten Album entdeckt man die Qualitäten von TWANG! (Pangaea 72438 33928 2 7) erst nach mehrmaligem Hören! Zwar wird der Sampler keine Begeisterungsstürme verursachen - dazu ist das Songmaterial einfach zu bekannt - aber Freunde der Gitarre kommen sicherlich auf ihre Kosten; dafür sorgen u.a. Richie Blackmore, Brian May, Steve Stevens, Peter Green, Neil Young und Peter Frampton.
Aber nun zu dem eigentlichen Grund, warum wir uns überhaupt diesen Tributsampler kaufen sollten: Es ist wieder einmal WONDERFUL LAND. Tony Iommi, Bev Bevan (Bekannter von Tony I. - Black Sabbath), Gordon Giltrap (Bekannter von Bev B. - Langzeit-Support), Don Airey (Bekannter von Lou - Streicherarrangements) und Bassist Neil Murray (Bekannter von Don A. - Whitesnake) haben sich getroffen, um eine ziemlich satanische Version aufs Band zu bringen.
Das wundervolle Land scheint ein Tal zu sein, das von spröden Felsen umgeben ist. Denn zunächst mal donnern Tony Iommi, Don Airey und Bev los, was das Zeug hält, um schließlich in den etwas gemächlichteren Part überzugehen. Iommi läßt seine Gitarre herrlich schmutzig krächzen, während Gordon Giltrap "Blumen pflückt". Einige Soli tummeln sich in der Gegend herum, und schließlich wird das Tal wieder schwermetallenen Schrittes verlassen. Ja, es ist ein Mordsspaß, Bev nach all den Congas mal wieder so richtig in die Felle hauen zu hören! - ms -
Es ist schon eigenartig, wenn man endlich mal ein Frühwerk eines ELO-Mitgliedes zu hören
bekommt, wo man immer glaubte, der Mann hatte vor 1974 keine Vergangenheit. Klar, er war ja
auch 4 Jahre lang auf der Musikhochschule, aber vorher hatte er bei einer Gruppe gespielt, die
sich THE RAYMOND FROGGATT nannte. Da niemand anscheinend eine Platte auftreiben konnte, nahm
ich immer an, es handelte sich dabei um eine Art Lokalmatador, der nur in Birmingham bekannt
war. Die Hoffnung schon aufgegeben, meldete sich eine Sammlerin letztes Jahr und meinte doch
glatt, daß sie bei der ganzen THE MOVE-im-Beatclub-Auffängerei (per Video) unter anderem auch
THE RAYMOND FROGGATT eingefangen hat, und so kamen wir zu ersten Bilddokumenten von Louis Clark
(siehe nebenstehendes Foto!). Inzwischen konnte auch das 1. Album aufgetrieben werden: "The Voice And
Writing Of Raymond Froggatt", welches 1968 in England bei Polydor 583 044 erschienen ist.
Bei THE RAYMOND FROGGATT dreht sich eigentlich alles um den Sänger und Komponisten Raymond Froggatt, der allerdings sehr gute Mitstreiter hat. Der Schlagzeuger Leonhard Ablethorpe liefert meistens einen multirhythmischen Sound, der anscheinend ganz untypisch für die damalige Zeit war. Gitarrist Hartley Cain liefert auch profihaftes Akkustikgezupfe ab, und dann wäre da noch unser Louis Clark, der sich zwar am Baß nicht besonders auffällig austoben kann, der aber schon 5 der 12 Songs alleine arrangierte und 2 mit dem Produzenten Terry Kennedy co-arrangierte, welcher "The Raymond Froggatt aufgenommen hat, weil sie gehört werden sollten", so der Originalsatz auf dem Cover. Zusätzlich arrangiert noch ein gewisser Phil Denys auf zwei weiteren Tracks und es zupft noch ein "additional bass player" John Fiddy auf dem Album mit, wo läßt sich aber nicht herausfinden. Das Klappcover ist mit einem recht großen und drei kleineren Bildern mit Louis ausgestattet. Das Frontcover zeigt Raymond mit einem Stuhl unterm Arm im Meer stehend, dabei ist er angezogen wie Helge Schneider. (Man könnte sich fast fragen, woher Raymond Helge kennt!!!) Natürlich habe ich auch mal reingehört, und man kann sagen, daß "Always Goodbye" eine Art rhythmischer Country/Western Song ist, mit lyrischem Text und normalem Baßpiel. "Corrina Corrina" ist eine Ballade mit akkustischer Gitarre und geschwollenen Lyrics, da sich Raymond wohl für einen Lyriker hält. Das Baßspiel ist gut und insgesamt kingt es schon mal besser als die Alben von Rick Price aus der gleichen Zeit. Die Hitsingle "Red Balloon (Callow-La-Vita)" hört sich wie ein Schlager an, das Orchester - leider nicht von Louis sondern von Phil Denys arrangiert - hört sich an wie alle Arrangements aus der Zeit, besonders die von Cy Payne, wie sie sie auf dem SHERIDAN/PRICE Album "This Is To Certify That..." abgeliefert hat. Irgendwie halt Hintergrundstreicher. Mit einer Pianoballade "Lonely Old World" liefert Louis sein erstes Streicherarrangement, welches total überrascht, da es schon genauso klingt, wie das, was er später bei ELO gemacht hat. Im Gegensatz zu Musikhochschul-Lehrmeinungen mit überzogen dünnen Geigen und säuselnden Celli hat er hier so ganz anders wie alle anderen arrangiert. Und dabei ging er ja erst danach aufs Konservatorium. Das wird der Grund für Louis Erfolg sein, er arrangierte schon, bevor er von der Musikhochschule "gleichgeschaltet/versaut" werden konnte. Ein volles vielseitig verspieltes breitbandiges Bombastarrangement, wie es später für ihn typisch werden sollte. "ABC Goldfish" hat einen dümmlichen Text über "ABC den Goldfisch" - mit einem typischen 68er Streichersatz wie "Callow" von Phil Denys, erinnert das ganze eher an SHERIDAN. Zwar mit gutem Rhythmustrack jedoch klingt es durch die Alpentrompete eher wie ein Schlager. "Sonnet By Hartley Cain" ist, wie der Titel schon sagt, ein Sonnet das vom Gitarristen Hartley Cain alleine gezupft wird.
Auf der zweiten Seite geht's mit "Something's Goin' On" weiter, den man als Flötenschlager aus der Sesamstraße im typischen 68er Sound bezeichnen könnte. Erinnert auch wieder an Price/Tyler Kompositionen, wobei das Arrangement von Lou immer noch typisch Louis Clark ist, aber hier eher ein Art "Schmalspur"-Breitbandarrangement darbietet. "The Old Accordion" ist ein dramatischer Schicksalssong, wie sie Jeff Lynne bei IDLE RACE so gekonnt darbot (zum Beispiel "The Birthday" oder "Girl At The Window"), vorgetragen im "Big Chief Wholly Bosher" Marschstil. (Oh oh, Jeff, kam der nicht erst 69 nach dem Froggatt-Album heraus?) Die Stimme ist aber irgendwie immer zu laut, zu aufdringlich und der Text fällt rapide ab. Das Louis-Arrangement klingt hier eher wie ein typisch 68er ."Froggatt Went A Courtin'" ist ein Schüttelreim-Tradditional mit Flöte, der am Schluß noch 2 Töne höher gesungen wird (man kennt das ja) und wurde von Louis und Terry Kennedy arrangiert. Einzelne Cellostriche und Bläsereffekte. Erinnert mich spontan an CATERINA VALENTE, hat aber wieder ein tolles Schlagzeug, bei dem wieder alle Trommeln auf einmal zu hören sind. "Jeannie With The Light Brown Hair - A Tribute To Stephen Forster" ist auch ein Tradditional im 40er-Jahre-Stil und ist so langweilig wie Kellys "I'll Cry For You Tonight". Schmalziges Cello und eine überzogene Violine bieten eine triefende Ballade, die wieder co-arrangiert wurde. "We're All Going To The Seaside" ist ein Schlager mit Flötengedudel und Gitarrengezupfe. Das Schlagzeug setzt rhythmisch ein, das Arrangement ist zwar von Louis, aber nur minimal breitbandiger als ein typisches 68er. "Roly", welches im 'Beat Club' live eingespielt wurde, beginnt hier in der Studioversion mit einem guten E-Gitarren-Hintergrundriff und hat ein Streicherarrangement mit einzelnen Cellostrichen und einem melodischen Cello, welche in der Liveversion nicht zu hören waren. Ein Tubarrangement gibt dem Song ein gewisses "Schöne Maid"-Feeling. Also doch "Tony Marshall der Midlands"? Eigentlich eher nein, wenn man das ganze Album gehört hat. "Roly" im 'Beat Club' ließ so ein Gefühl aufkommen. Klar, daß dieses Album kein Muß für ELO-Fans ist, jedoch war es einfach interessant einmal hineinzuhören. - gutt -
Wo ist es denn bloß nun, das geheime "Fire On High" auf der "Face The Music" Gold CD? Die "Face The Music" Gold CD, welche in den USA als Super Bit Mapping in der Mastersound Serie erschienen ist, haben wir in unserem gedruckten Newsletter bereits vor einiger Zeit vorgestellt und im FACE THE MUSIC FANZINE (Issue 22) gab es letztes Jahr einen ausführlichen Bericht, in dem der Verantwortliche für den Masteringprozeß erklärte, daß er das rückwärts eingespielte Intro von "Fire On High" auf der CD vorwärts versteckt hatte. Leider ist mir, und vielen anderen wohl auch, beim Durchhören nichts dergleichen aufgefallen, und außerdem wäre es ja ganz schön bescheuert, eine Mastersound CD, welche mit der Absicht hergestellt wurde, den Sound so originalgetreu wie möglich digital zu bannen, mit einer vorwärtslaufenden Rückwärtsmessage zu "verfälschen". Also hielt ich, wie viele andere auch, diese Aussage mal wieder für irgendeinen nicht verstandenen In-Joke der Engländer. Inzwischen ist das Geheimnis gelüftet, und eigentlich wundere ich mich, und viele andere wohl auch, nicht schon früher darauf gekommen zu sein, denn die Gesamtspielzeit der CD ist länger als auf der normalen CD. Dies fiel mir zwar auf, und vielen anderen wohl auch, aber ich habe mir nicht mehr daraus gemacht, wie viele andere.... Also, wie kann man es hören: CD einlegen, Track 1 antippen, Pause drücken, nun mit dem schnellen Rücklauf vorsichtig bis auf minus 31 drücken, und schon könnt ihr, wie ich, und viele andere auch, 31 Sekunden "Fire On High" Intro rückwärts hören, wobei dann Bevs Backward Message vorwärts erklingt. Aber Vorsicht, wenn ihr über minus 31 hinausrast, ist die CD am Ende ("Anfang?") angelangt, und der Laser entgleitet quasi der "Vorlaufrille" und Ihr müßt wieder neu anwählen. Die Idee ist zwar sehr gut, jedoch nur halbherzig ausgeführt, denn der Rest von Bevs Message wird ausgeblendet, und so fragt man sich, warum der Toningenieur diesen Gag überhaupt eingebaut hat, wenn dann doch der Schluß des Teiles fehlt, weswegen man das ganze schließlich veranstaltet hat. Viel besser wäre es gewesen, das Intro bis an den Schluß, beziehungsweise jetzt den Anfang mit drauf zu nehmen, um ihn dann ohne Pause gleich wieder vorwärts in das originale vorwärtsgespielte "Fire On High" übergehen zu lassen. Genau so, wie es Jeff und George bei "When We Was Fab (Reverse End)" vorgemacht hatten, wenngleich aber in umgekehrter Reihenfolge. Viel Spaß beim Reinhören, und viele andere auch. - gutt -
Was täten wir doch bloß ohne unsere Polen. Da werden fleißig Bootlegs zusammengestellt, indem
man in immer wieder neue Zusammenstellungen der Albumtitel veröffentlicht. Der Clou bei der
Sache ist aber der, daß es in Polen völlig legal ist, CDs mit einer kleineren Auflage wie 1000
Stück herzustellen und zu vertreiben. Diese in DM umgerechneten CDs kosten im Prinzip nur 5 bis
7 DM, werden aber auf Plattenbörsen zum CD Midprice von 15 DM - 25 DM vertrieben. Diese hier
nennt sich BEST BALLADS und hat verschiedene Bestellnummern: Auf dem Label steht E909-02, die
Auslaufrille weist DRC 5064 aus. Auf der Coverrückseite steht 1235-93481-2 und auf dem
Seitenrücken steht 1233-39781-2. Das Frontcover zeigt das ELO-Logo im Weltall, das
Bookletrückcover zeigt den Andromedanebel, wie er uns schon seit dem Album ELO 2 bekannt ist,
und das Rückcover zeigt eine antike Astronomische Uhr. Die Titelreihenfolge: TICKET TO THE
MOON; MIDNIGHT BLUE; DON'T WALK AWAY; GETTING TO THE POINT; POWER OF A MILLION LIGHTS; THE
LIGHTS GO DOWN; IT'S OVER; CAN'T GET IT OUT OF MY HEAD; TELEPHONE LINE; BLUEBIRD IS DEAD; RAIN
IS FALLING; STRANGE MAGIC; MR. RADIO; WISHING; 21st CENTURY MAN; TRAIN OF GOLD; BLUE VIOLIN.
Es läßt sich eigentlich kaum darüber streiten, ob "Train Of Gold" und "The Lights Go Down"
Balladen sind. Genausowenig wie "Power Of A Million Lights", welches dazu allerdings noch wie
"Blue Violin" von ELO Part II ist. Fazit: ein mieser Bootleg und im Endeffekt eine doch etwas
halbherzige Sache. - gutt -
Letzte Änderung: 19.03.2001