

Ja, Ihr habt richtig gelesen! Richard Tandy ist der erste ELO-Musiker, der sich online
präsentiert. Er hat eine eigene Website, die von seiner Frau Sheila betreut wird. Auf der Site
gibt es Informationen über Richard und seine Freunde Dave Morgan und Trevor Burton. Neben
einigen Bildern zum Download gibt es auch ein paar Soundsamples. Die URL dieser exzellenten
Website lautet http://www.shandy.demon.co.uk. Wir
gratulieren, Richard!
Andere ELO-Musiker sollten sich daran mal ein Beispiel nehmen!
Von Jeffs Arbeit als Produzent auf Paul McCartney's neuem Album (voraussichtliche Veröffentlichung im 1. Halbjahr 1997) gibt es zu vermelden, daß es inzwischen schon sechs Songs sind, bei denen Jeff seine Hand mit im Spiel hat. Nach Meldung des Beatles-Fanzines "Good Day Sunshine" sind zwei der Songs inzwischen schon namentlich bekannt: "The Songs We Used To Sing" und "Flaming Pie" heißen die beiden Stücke.

Disky, das holländischste aller Hollandlabels brachte eine neue ELO CD heraus: "Roll Over
Beethoven", Disky DC 864272. Eben noch in Holland, jetzt schon bei uns im Media Markt.
Track listing: ROLL OVER BEETHOVEN; WHISPER IN THE NIGHT; THE BATTLE OF MARSTON MOOR (JULY 2ND
1644); MANHATTAN RUMBLE (49TH STREET MASSACRE); LOOK AT ME NOW; NELLIE TAKES HER BOW; MR.
RADIO; IN OLD ENGLAND TOWN (BOOGIE NO. 2); MOMMA; KUIAMA; BABY I APOLOGISE; 10538 OVERTURE.
Dazu ein passendes Foto von der 1978er Tour, ein paar Sterne als Weltraumhintergrund und
fertig ist der Sampler. Mit BABY I APOLOGISE ist es nun die erste CD, die EARLY ELO 1971 - 1973
von 1990 ablöst. ROLL OVER BEETHOVEN ist übrigens mit 4:33 angegeben, spielt aber 6:45, ohne
das Harmonium-Intro, welches am Schluß von MOMMA (!!!) angehängt wurde. Die Gesamtspielzeit
beträgt 71:11 Minuten.

Disky, das holländischste aller Holl..., hat natürlich auch an Roy Wood & Wizzard gedacht und
gleich einen Sampler hinterhergelegt: "The Best OF Roy Wood & Wizzard", Disky DC 865962 enthält
neben den üblichen Hitsingles von Wizzard auch 3 B-Seiten der Harvest-Jahre, wobei die beste
Wizzard B-Seite von Bill Hunt, THE CARLSBERG SPECIAL, fehlt. Außerdem enthält sie erstmals 4
Tracks des Albums "Wizzard Brew" auf CD, wobei auch hier wieder der beste "Brew"-Track MEET ME
AT THE JAILHOUSE fehlt. Eine weitere Neuerung ist auch die Hinzunahme von Roys 1981er EMI
Material DOWN TO ZERO und GREEN GLASS WINDOWS. Diese CD ist somit etwas intelligenter gemacht
als seine Vorläufer, und es bestätigt sich der Trend, daß mit weiteren Woody-Samplern immer
ein paar neue Songs erstmals auf CD erscheinen.
Das Tracklisting: BALL PARK INCIDENT; SEE MY BABY JIVE; ANGEL FINGERS; YOU CAN DANCE YOUR
ROCK'N'ROLL; ROB ROY'S NIGHTMARE; BEND OVER BEETHOVEN; JOLLY CUP OF TEA; WEAR A FAST GUN;
DOWN TO ZERO; WHEN GRAND'MA PLAYS THE BANJO; GREEN GLASS WINDOWS; YOU GOT THE JUMP ON ME;
GOT A CRUSH (ABOUT YOU); ARE YOU READY TO ROCK; THIS IS THE STORY OF MY LOVE; ROCK'N'ROLL
WINTER; I WISH IT COULD BE CHRISTMAS EVERYDAY. Also 14 Wizzard Songs, 2 Roy Wood Tracks und
ein Helicopters Track - das ist eine gute Mischung bei 74 Minuten Spielzeit!
ELO Part II mußten auf den letzten Tourneen zeitweise ohne zwei ihrer Stammspieler auskommen: Beim Gig in Wisconsin, USA fehlte Mik Kaminski, da seine Mutter gerade verstorben war, und bei mehreren Gigs in den USA und Großbritannien fehlte Louis Clark, der zur gleichen Zeit um die Welt jettete, um wieder einmal das Royal Philharmonic Orchestra zu dirigieren. An seiner Stelle spielte Don Airey, der u.a. für seine Arbeit mit Whitesnake, Ozzy Osborne und Rainbow bekannt ist.
Außerdem ist der wohl beste Dave Pritchard Song mit PIE IN THE SKY darauf enthalten. Wie dem auch sei, beide Alben sind schon frühe Konzeptalben und auch heute noch oder gerade erst aktuell zu hören. Zusätzlich beinhaltet die erste CD eine Alternativ Version von LUCKY MAN bei der die Vocals ohne Vibrato zu hören sind und dadurch klarer wirken. Die Version ist noch ohne die Glas-kling-effekte und Jeff singt mit verstellter Stimme. Der erste Knaller kommt mit FOLLOW ME FOLLOW (ALTERNATIVE VERSION): Es ist die letzte Aufnahme bevor man sich entschied, ein Streichorchester hinzuzuziehen, und somit werden die Streicher hier noch von Jeffs E-Gitarre imitiert. Endlich kann man einmal wirklich hören, was es mit dem berühmten Electric-Guitar-Violin-Sound auf sich hat (für alle die noch nie DEBORAH (LIVE) von Idle Race gehört haben). Absolut super-geile Version: Jeffs Stimme im Chorus ist so verfremdet, daß man es heute als Vocoderpart bezeichnen würde. Doch der Vocoder war noch nicht erfunden, und damals sprach man noch von "Radiostimme".
Das wohl absolute Highlight ist die Alternativversion vom besten Idle Race Song überhaupt: DAYS OF THE BROKEN ARROWS, welches schon im Original Jeffs ganze Bandbreite widerspiegelt. Der Song beginnt mit einem geilen fetzigen verzerrten Gitarrenintro, wobei einem erst mal vor (angenehmen) Schreck die Fernbedienung aus der Hand fällt, und dann geht's auch gleich zu Sache. Das langsame Intro kommt erst später im Song als Mittelteil. Die Backing Vocals sind mehr im Vordergrund und fast schon Wilson'sche Harmonievocals, bevor es wieder mit den treibenden Fuzzgitarren weitergeht. Und damit nicht schon genug, überrascht der Song ein drittes mal indem er noch ein langsam fuzziges bluesiges "Looking On"'sches Outro hat. Echt stark, Danke Rob.
CD 2 liefert dann mit 73:14 erst mal alle Idle Race Singles, die wir aber schon von den Idle Race Samplern kennen. Bemerkenswert ist, daß sie alle erstmals komplett vereint sind, und mit den Originalbändern gearbeitet werden konnte. Nicht mit alten Vinylsingles, wie wir es mit KNOCKING NAILS INTO MY HOUSE und WARM RED CARPET gewohnt waren. Wobei das 'Warme Rote Sofa', wieder ins originale 'Alte Schäbige Rote Sofa' umbetitelt wurde. Hier könnte für die Lynne-Fans eigentlich schon Schluß sein, aber nichtsdestotrotz wurden auch die restlichen Aufnahmen von The Idle Race nachdem Lynne ausgestiegen war hinzugenommen. Das nennt man konsequente Platzausnutzung der beiden CDs, und somit ist auch die Gruppe als solches komplett enthalten. IN THE SUMMERTIME ist wie das Mungo Jerry-Original mit ein paar eingebauten ON WITH THE SHOW Effekten eingebaut. TOLD YOU TWICE ist ein Pritchard-Song, den die Band schon mit Jeff zusammen in einer BBC Show gespielt hat, und klingt eben wie die Pritchard-Seite von THE IDLE RACE. Die wohl von niemanden unserer Leser vorher schon gehörte Version von NEANDERTHAL MAN mit sehr leisen Vocals und das fuzzguitarlastige VICTIM OF CIRCUMSTANCE von Dave runden das ganze ab. Ich finde es jedenfalls schön, auch mal diese Songs gehört zu haben, denn als Lynne-Fan hätte ich mir niemals die Singles (für 150 - 200 DM) gekauft. Beim Album TIME IS erinnert mich die Gruppe sehr an Sheridan/Price, Rick Prices Alben, und eigentlich klangen viele Gruppen von damals in diesem Stil. Gut sind SAD'O SAD, die Ballade THE CLOCK, und der Rocker ALCATRAZ. AND THE RAIN ist eine Bluesnummer, und SHE SANG HYMNS OUT OF TUNE wurde auch schon bereits zu Lynnes Zeiten live gespielt. Das Schlußsong WE WANT IT ALL ist eine richtige Psychorocknummer. Der Abschluß der CD bilden die NIGHTRIDERS mit den ersten Aufnahmen, an denen Jeff mitgespielt hat. IT'S ONLY THE DOG, endlich mal ohne Knacken, Rauschen und Kratzer, dafür um so deutlicher mit der sägenden Gitarre, und die Ballade YOUR FRIEND, die erstmals Jeffs Guitar-Violin-Sound vorstellt. Es läßt sich echt darüber streiten wer im Jahre 1996 besser von der EMI bedient wurde, die Beatles-Fans oder die Idle Race-Fans?. Auf alle Fälle aber wir Lynne-Fans.

Endlich auf CD. ANNIE IN WONDERLAND heißt das Soloalbum der RENAISSANCE-Sängerin und Roy Wood-Freundin Annie Haslam, welches 1977 erschienen ist. Annies Soloalbum konnte damals getrost als das dritte Soloalbum von Roy Wood bezeichnet werden, da Roy alles produzierte, fast alle Instrumente spielte, 3 Songs co-komponierte, Backing Vocals sang, alles arrangierte und das Cover entwarf und selbst malte. 41:19 Minuten die es in sich haben, denn neben Louis Clark als Gastmusiker und Jon Camp, der 1980 bis 1986 Roy als Bassist bei den Helicopters und der Roy Wood Band begleitete, wirkt ebenso Wizzo Band-Drummer Dave Donovan mit, sowie natürlich auch Annie Haslam, die die Lead Vocals singt. Die CD erschien bei SIRE 7599-26515-2, kommt aus Deutschland, und beinhaltet einige sehr schöne Songs und natürlich die nie langweilig klingende Annie Haslam. Außerdem hat eine gewisse Linda Hennrick alle Songtexte abgehört und dem Mitsingen steht nun nichts mehr im Wege. INTROLISE / IF I WERE MADE OF MUSIC, von Jon Camp komponiert, zeigt Roy einmal wieder am Cello. I NEVER BELIEVED IN LOVE ist ein Gesangsduett von Roy und Annie und wurde unter dem Namen "Annie Haslam & Roy Wood" als Single veröffentlicht. IF I LOVED YOU basiert auf einem Stück von "Rodgers & Hammerstein" (Roy spielt unter anderem Balalaika); eine Idee die Annie viel später mit Louis Clark auf dem Album "Still Life" weiterführte. HUNIOCO ist eines der besten Stücke des Albums, ein Reggae mit einer Unmenge von Percussion Instrumenten und Zulu-Gesängen am Ende. ROCKALISE ist ein zweigeteiltes Instrumental, bei dem Lou flötet und Annie "Ahh ahh ahh"-t, in einer klassischen Weise, um dann im zweiten Teil in einer Rockversion weitergeführt zu werden, indem das Thema mit Rockinstrumenten und -rhythmen unterlegt wird. NATURE BOY ist jazzig angehaucht, featured es ja schließlich den "Wizzo" Drummer Dave Donovan und INISIDE MY LIFE geht in die gleiche Richtung. Den Abschluß des Albums bildet GOING HOME, basierend auf der berühmten klassischen Weise von Dvorjak, die jeder schon mal gehört hat, mit einem Blechbläser- und Chorarrangement von Lou.

Der Gegenbesuch folgte auch prompt ein Jahr später auf dem Album "A Song For All Seasons" von Renaissance. Sire 7599-25959-2, als CD in Deutschland hergestellt und als Album 1978 erschienen. Das Album bietet auf 44:42 eine Musikart, die ELO-Fans, oder Louis Clark-Anhängern nicht unbekannt ist. "78er Classical Bombast Rock" mit Elementen von Genesis, Supertramp und ELO würde die Stilrichtung umschreiben. Louis Clark hat das Album arrangiert, es läßt sich gut anhören, und ist für alle, die sich an Annie Haslams Stimme auf "Annie In Wonderland" nicht mehr satthören können. OPENING OUT bahrt der gleichen Riffs wie INTROLISE / IF I WERE MADE OF MUSIC, ist es ja auch von Jon Camp geschrieben. THE DAY OF THE DREAMER; CLOSER THAN YESTERDAY; KINDNESS (AT THE END); BACK HOME ONCE AGAIN; SHE IS LOVE, und der Klassiker und Sommerhit von 1978, NORTHERN LIGHTS, bei dem Roy Wood die backing vocals singt (besonders im Endpart sehr gut zu hören), der aber aus rechtlichen Gründen nicht auf dem Cover aufgeführt werden durfte. Das Album endet mit dem neunminütigen A SONG FOR ALL SEASONS, einer kleinen Mini-Sinfonie. Alles in allem sehr empfehlenswert für alle, die mal über den Tellerrand von ELO hinaushören wollen, aber trotzdem noch im ELO-Dunstkreis (Lou und Roy) bleiben wollen.
Letzte Änderung: 19.03.2001