

Eine wundervolle Idee: In einer kleinen mittelalterlichen Burg wird Phil Bates seine CD "Naked" vorstellen - eine besondere Show in einer besonderen Umgebung. Und höchstens 90 Fans und Freunde haben das Vergnügen, dabei sein zu können; größer ist der Raum leider nicht. Trotzdem haben sich Veranstalter, Musiker und FTM UK ziemlich viel Mühe mit der Vorbereitung gemacht.
Habt Ihr nicht auch schon immer davon geträumt: ELO unplugged zwischen Kerzenlicht und Ritterrüstungen? Naja, eigentlich war es nicht ganz ELO. Phil holte sich für sein Vorhaben Mik, Jo Bates, Kelly, Bev und Gordon Giltrap an die Seite.
Phil eröffnet das Konzert allein mit einem Titel seiner Solo-CD, begleitet von einem Bassisten namens Mark Hadley, der sich aber weigert, ins Rampenlicht zu treten. Es folgt das ziemlich schnell ins Ohr gehende NAKED, und danach kündigt er Freund Gordon Giltrap (früherer ELO Part II Support) an und überläßt ihm die Bühne. Gordon brilliert mit vier Stücken aus seinem aktuellen Programm, wie man es auch bei der vergangenen Englandtour erleben konnte. Selbstverständlich kommt Phil für Ihren gemeinsamen Blues wieder hinzu, und wie immer, wenn jemand einen Titel ankündigt, setzt Gordon zu STAIRWAY TO HEAVEN an. Phil scheint geübt zu haben und spielt diesmal einfach mit, um ihn dann irgendwann allein damit stehen zu lassen. Nun kommt aber doch ihr Duett - diesmal nicht ganz so halsbrecherisch wie auf der Großbritannientour. Damit ist der erste Teil zu Ende und Phil kündigt eine kurze Pause an.
Weiter geht's im zweiten Teil mit Plantagenblues von Phils neuer CD, gefolgt von LIFE IN THE SLOW LANE und dem finster angeswingten INVISIBLE AGAIN. Nun betritt, vom Publikum jubelnd begrüßt, Jo Bates die Bühne. Sie singt zwei Stücke, bei denen sie mit ihrer glasklaren Stimme unaufhaltsam wie ein Fluß zwischen piano und forte hin und her wechselt, und damit trifft sie direkt durch's Herz ins Rückenmark.
Nun wird Mik angekündigt. Der huscht über die Bühne links in "seine Ecke" hinter die Lautsprecher und wart nicht mehr gesehen. Dafür folgt nun PORT IN A STORM, ein schönes trauriges Lied, welches wesentlich von der Geige getragen wird. Das anschließende THE WAY THE RIVER FLOWS geht dann wieder richtig los - ein schneller Blues, bei dem Phil mit Mik um die Wette spielt.
Weitere Jubelschreie folgen, als Kelly hinzukommt. Er sei zwar Baßgitarrist, aber könne auch Akustikgitarre spielen, falls sich jemand wundert, scherzt Kelly mit unschuldiger Miene. Das Publikum verschluckt sich vor Lachen und wischt sich die Tränen. Kelly singt STARY STARY NIGHT und erfüllt den Raum mit endloser Melancholie. Beim folgenden, nicht minder melancholischen Folksong wird Kelly dann gesanglich von Jo Bates unterstützt.
Last but not least kommt Bev an die Congas. Jetzt ist die Bühne schön voll, und das Publikum wird mit ELO-Nummern belohnt (bedenkt, alles in Unplugged-Versionen)! Es geht gleich zur Sache mit WHISKEY GIRLS, und Bev tropft fast das Blut von den Fingern. Dann folgt ONE MORE TOMORROW und Gordon kommt als Verstärkung dazu. Nun ist die Bühne endgültig zu klein und ihm bleibt nur übrig, sich auf den rechten Bühnenrand zu setzen. Weiter geht's mit SHOWDOWN; und wie zu vermuten war, war die Unplugged-Version bei den ELO-Konzerten eben die Phil-Bates-Version. Es fehlt nur der Keyboardteppich.
Als Phil den nächsten schönen alten Titel ankündigen will, fällt ihm Gordon (wie immer) mit STAIRWAY TO HEAVEN in die Seite. Nun ergreift Kelly endlich mal die Initiative und kontert mit einer grandios idiotischen volkstümlichen Weise, wozu Jo mehrmals einen grellen Jodler ins Mikro röhrt. Nachdem auf der Bühne alle das Bewußtsein wiedererlangt und das schräggelacht Publikum sich wieder aufrecht hingesetzt hatte, folgten nun TICKET TO THE MOON und EVIL WOMAN. Dann gab's schon die Verabschiedung und für jeden Musiker nochmal tosenden Beifall.
Nach HOLD ON TIGHT verschwinden die Musiker im Gänsemarsch durch die Seitentür und bevor die 90 Zuschauer mit ihren Füßen das Parkett ruinieren, sind alle wieder auf der Bühne. Und auf Phils Zeichen wird ROCK 'N' ROLL IS KING mit rhythmischem Klatschen von 180 Händen eingeleitet und bis ans Ende getragen. Und das war's wirklich, 130 Minuten Musik - es war wie ein kleiner Spaß.

Für seine "herausragenden Dieste für die britische Musik" wurde Jeff Lynne Ende Mai mit dem Ivor Novello Award der britischen Musikindustrie geehrt. Bereits 1978 gelang es ihm schon einmal mit ELO, diesen Preis für einen "herausragenden Beitrag zur britischen Musik" zu erhalten. Zu den weiteren Gewinnern der diesjährigen Ivor Novello Awards gehören unter anderem Gary Barlow (Best selling song "Back For Good"), Supergrass (Best contemporary song "Alright"), Pulp (Best song musically and lyrically "Common People") und Noel Gallagher sowie Blur (Songwriters of the year).
Zuvor wurde Jeff Lynne dieses Jahr bereits schon der "Nashville Songwriters Association International Achievement Award" zuteil.

"Naked" - Phil Bates featuring Mik Kaminski (and Jo Bates) ist dieser Tage in England erschienen. Produziert, abgemischt und arrangiert von Phil Bates, alle Songs von Phil Bates (außer Showdown), wartet diese CD mit viel Blues in allen Facetten auf - eine dieser CDs, die immer besser werden, je öfter man sie hört!
Track listing:
WORLD'S GONE CRAZY, PORT IN A STORM, FINE TIME, WRITING ON THE WALL, NAKED, MY
DECLINE AND FALL, CELTIC DAWN, INVISIBLE AGAIN, SOUL PRELUDE/SECRET PLACE IN MY
SOUL, LIFE IN THE SLOW LANE, DON'T WANNA LIE ANYMORE, SHOWNDOWN, THE WAY THE
RIVER FLOWS
Bestellt werden kann die nur in kleiner Auflage erscheinende CD über die FTM Newsletter-Adresse für DM 35,- zzgl. DM 3,- Porto per Verrechnungsscheck!
In Australien stürmten gleich zwei Interpretinnen die australischen Charts mit Xanadu. Die eine ist Kirsty
K, die auf ihrer CD-Single von Q Music/Central Station CSR CD5 0118 mit den Titeln: XANADU (Skitz
Radio Mix), XANADU (Tone-Up Garage Radio Mix), XANADU (Tonmeister Mardi Gras Mix), XANADU
(Tone-Up Garage Extended Mix) und somit fast 21 Minuten XANADU im Techno-Sound gar nicht mal so
schlecht abschneidet.
Allerdings auf Platz 45 in den nationalen Top 100 und sogar auf Platz 6 der DANCE MUSIC REPORT CHARTS kletterte eine Gruppe mit dem bezeichnenden Titel Olivia featuring Paula (!!!). Die 5'' CD von Pride Music PRIDE 022CD liefert mit fast 30 Minuten XANADU im Techno-Sound zum abgrooven: XANADU (Video Mix), XANADU (Radio Mix), XANADU (I Live In Newton John Mix), XANADU (Mount Olympus Mix), XANADU (Dub Instrumental Mix).
Keine der beiden Versionen beeinhaltet Originalelemente von ELO und Olivia Newton-John, jedoch hört sich das ganze nicht schlecht an, und es ist ein Tribut an Jeff und tut sicherlich gut, sein Geisteskind im Radio dudeln zu hören. Allerdings soll nun auch bald ein Exteded Remix mit den Originalbänder vom Electric Light Orchestra (Sung by Olivia Newton-John) XANADU nachgeschoben werden.

Kein Gold wert ist THE GOLD COLLECTION vom ELECTRIC LIGHT ORCHESTRA (EMI 7243 8 37162 2 7),
wenn man die "Early ELO 1971-1973" schon in seiner Sammlung hat. Neben dem berühmten Foto in
dieser überraschenden Brillanz (man kann sogar erkennen, wo der "falsche Streicher" reinretuschiert
wurde) und einem inhaltlich weitestgehend korrekten biographischen Schnelldurchlauf enthält die CD die
folgenden Titel:
10538 OUVERTURE, MR. RADIO, ALL OVER THE WORLD (Showdown Early Version), LOOK AT ME
NOW, MANHATTAN RUMBLE (49th Street Massacre), IN OLD ENGLAND TOWN (Boogie No.2), MY
WOMAN (Ma-Ma-Ma Belle Early Version), ROLL OVER BEETHOVEN, THE BATTLE OF MARSTON
MOOR (July 2nd. 1644), QUEEN OF THE HOURS, SHOWDOWN (Single Version), FIRST MOVEMENT
(Jumping Biz), WHISPER IN THE NIGHT, MOMMA
Letzte Änderung: 19.03.2001