THE ELECTRONIC NEWSLETTER

Ausgabe #2

Copyright 1996 FACE THE MUSIC Germany


Phil Bates nackt!

Keine Sorge, ELO Part IIs Leadgitarrist hat nicht für irgendein einschlägiges Herren- oder Damenmagazin posiert. "Naked" ist lediglich der Titel seines aktuellen Soloalbums. Dies wird in Kürze von Don't Panic Productions veröffentlicht. Neben seiner Ehefrau, Jo Bates, ist auch Mik Kaminski daran beteiligt. Eine Besprechung erfolgt hier im Electronic Newsletter bei Veröffentlichung!

Bestellt werden kann die nur in kleiner Auflage erscheinende CD bereits jetzt schon über die FTM Newsletter-Adresse für DM 35,- zzgl. DM 3,- Porto per Verrechnungsscheck!


UNEXPECTED MESSAGES vor der Veröffentlichung

Endlich, werden viele Insider sagen, endlich kommt sie, die ultimative Veröffentlichung in Sachen ELECTRIC LIGHT ORCHESTRA und Co. Begonnen hat alles im Jahre 1985, als Patrik Guttenbacher und Marc Haines von der Plattensammlerzeitschrift OLDIE MARKT den Zuschlag für die Story des Birmingham-Beat erhielten und in der Folge 1986 sechs Monate lang die bis dahin vollständigste Story und komplette Discographie für UK, US, D und Japan (mit der Hilfe von Gerd Schmidt) veröffentlichen durften. Dieses heute längst vergriffene Teil bietet aber immer noch für viele Sammler die Grundlage für Discographien, obwohl es, aus heutiger Sicht betrachtet, nur einen Bruchteil der Informationen enthält, die uns nun zur Verfügung stehen, und zudem auch einige gravierende sachliche Fehler aufweist, die erst im Laufe der Jahre in persönlichen Gesprächen mit den Bandmitgliedern ausgeräumt werden konnten.

Noch Ende 1986 arbeiteten die Autoren an einer konsequenten Fortführung und Verbesserung der Story und der Weltdiscographie, welche dann als Buch erscheinen sollte. 1987 wurde die Discographie noch im Schulcomputer auf Weltniveau gebracht und 1988 eine komplett neue Story als Basis des Buches zugrunde gelegt. Da das Aufstöbern immer neuer Veröffentlichungen ständige Korrekturen nach sich zog, bestanden die Jahre 1989 und 1990 darin, alle neuen Informationen aufzuarbeiten und umzuschreiben. Das Buch stand somit 1990 zum ersten mal kurz vor der Veröffentlichung und dem Verkauf an einen Verlag. Durch die Gründung des Fanclubs FACE THE MUSIC GERMANY und der Übernahme des britischen Magazins kamen viele neue Informationen hinzu, und es ergab sich die Gelegenheit, mit den Bandmitgliedern persönlich bestimmte Sachverhalte abzuklären und über Dinge erstmalig so zu berichten, wie sie noch nie in der Presse standen. Dieser direkte Draht zu ELO Part II, Roy Wood und Tandy Morgan Smith brachte erstaunliches zutage, ließ den Autoren aber zunächst einmal nicht viel Zeit, an ihrem Buch weiterzuarbeiten.

Ein großes Problem waren die vielen Anekdoten, die in der Presse über die Band erzählt wurden, die aber zum Teil unwahr sind. Diese galt es auch zu berücksichtigen und richtigzustellen. Ein Schlüsselerlebnis war dabei das Exclusivinterview mit Bev Bevan am 20.10.1991 in Dortmund, wobei Bev FTM Germany erklärte, daß dem Autor seines Buches "Bev Bevan - The Electric Light Orchestra Story", Garth Perce, beim Übertagen von Bevs Notizen und Diktaten einige Fehler unterlaufen sind, so daß noch einige wichtige Fragen offenblieben und Fehler zum Teil manifestiert wurden. Nachdem nun auch diese Punkte geklärt waren, lag die letzte Hürde nur noch darin, alle Neuerscheinungen zu berücksichtigen und das Buch den Entwicklungen "hinterherzuschreiben".

Nun ist es fertig. UNEXPECTED MESSAGES wird es heißen, wie schon seit 1990 feststand, wobei der Titel sich auf ein 1982er Namegame bezieht. Die Geschichte des Buches basiert auf den drei Zentralfiguren, den Gründern des ELO, Roy Wood, Jeff Lynne und Bev Bevan, und beginnt mit den Wurzeln dieser drei, wie sie bei The Move zusammenlaufen, in das Electric Light Orchestra mutieren, und sich danach in drei Äste aufsplitten. Erzählt wird die komplette Geschichte mit allen Soloaktivitäten und Beteiligungsarbeiten bei anderen Künstlern. Weiterhin umfaßt das Buch die Geschichte aller Musiker, die jemals bei ELO oder The Move spielten und stellt auch dar, was sie vorher und nachher gemacht haben. Nach der Geschichte und den Bildern kommt schließlich das Herzstück des Buches: Die komplette (bis dato bekannte) Weltdiscographie aller Tonträger, die jemals irgendwo auf der Welt erschienen sind, sehr übersichtlich aufgebaut und wiederum für alle (ehemaligen) Bandmitglieder. Im Anhang gibt es dann als Übersicht die Chartpositions, alle Tourneedaten (einschließlich der gecancelten), die Besetzungslisten, Coverversionen etc.
FAZIT: Es ist genau das Buch, welches wir uns schon immer gewünscht haben, in dem wir alles nachlesen können, was wir schon immer wissen wollten (aber nie zu fragen wagten). Voraussichtlich ab Mai erhältlich: GUTTENBACHER/HAINES/VON PETERSDORF: UNEXPECTED MESSAGES.

Weitere Informationen zum Bezug des Buches hier!


Eric, Jim, Bonnie und Celine

In der Vergangenheit hat FTM Germany bereits schon einmal über FREE SPIRIT, das aktuelle Album von BONNIE TYLER berichtet. Nun, neben der Beteiligung Jeff Lynnes bei dem Song TIME MENDS A BROKEN HEART hält das besagte Album noch eine weitere Überraschung bereit: Bei den Stück MAKING LOVE (OUT OF NOTHING AT ALL), das letztes Jahr als erste Single ausgekoppelt wurde, singt niemand anderes als ELO Part IIs ERIC TROYER die Background Vocals. Außerdem war er bei diesem Stück, wie er FTM verriet, auch noch für das Vocal Arrangement verantwortlich. Witzig dabei ist, daß Eric 1983 bereits bei der Originalversion von AIR SUPPLY mitgesungen hat, welche, ebenso wie Tylers Coverversion, von seinem Freund JIM STEINMAN produziert wurde.

Einen weiteren Freundschaftsdienst leistete Eric letztes Jahr auch bei der Steinmanschen Produktion der Songs IT’S ALL COMING BACK TO ME NOW und RIVER DEEP, MOUNTAIN HIGH der Kanadierin CELINE DION, wo er ebenfalls die Background Vocals sang. Bei IT’S ALL COMING BACK TO ME NOW handelt es sich auch wieder um eine Coverversion, diesmal von Steinmans Band PANDORA’S BOX aus dem Jahr 1989. Celines Fassung dieses Songs ist, ebenso wie das Remake des Spector-Klasikers RIVER DEEP, MOUNTAIN HIGH gerade auf ihrem neuen Album FALLING INTO YOU erschienen.


Trevor und Richard auf Band

Trevor Burton und Richard Tandy haben jetzt ein Livetape ihrer Konzerte herausgebracht. Es nennt sich LIVE AT THE ADAM & EVE und wurde just dort (einem Pub in Birmingham) im Juni 1995 digital aufgenommen. Das ganze hat eine MCPS (GEMA), das Label heißt RTTB und die Nummer lautet 1C, was soviel heißt wie Richard Tandy Trevor Burton 1. Klasse. Richard hat das ganze zuhause in seinem Studio nachbearbeitet, und die Band verkauft das Tape mittlerweile bei ihren Konzerten.

Was ist nun drauf? HIT THE ROAD AGAIN - eine Bluesnummer, CALL ME THE BREEZE - ein Rock 'n' Roll, FULL MOON ON MAIN STREET - eine getragene Bluesballade, LEAN ON ME - ein Bluesstück mit exzellenten Gitarren und Pianoläufen, WEREWOLVES OF LONDON - mit prima Slide, erinnert an "Sweet Home Alabama", RUNNIN' OUT OF TIME - eine dramatisch gesungene Ballade, deren Grundarrangement einen an "Purple Rain" erinnert, BUFFALO RIVER HOME - ebenso mit dramatischer Slide und einem Touch Country, SUGAR MAMA - Blues pur mit typischen Riffs und Jammergesang und zum Abschluß DOES YOUR MOMMA LIKE TO REGGAE - kein Reggae, sondern ein Blues, dessen Rhythmusfiguren Erinnerungen an "Papa was a Rolling Stone" wachwerden lassen.


Jeff & The Beatles

Ende letzten Jahres stürzten sich die Medien im Zuge des Rummels um die ANTHOLOGY auf die BEATLES und brachten ausführliche Berichte - leider kam Jeff Lynne als Produzent des "neuen" Songs dabei kaum irgendwo zu Wort. Nicht so in der Dezemberausgabe des britischen Musikermagazins SOUND ON SOUND, wo der große Meister Gelegenheit hatte, sich über seine Arbeit mit den Beatles auszulassen. Das wollen wir Euch natürlich nicht vorenthalten!

JL: "Sich im innersten Heiligtum zu befinden und ein paar Wochen mit ihnen zu verbringen, war einfach fantastisch. Obwohl eine lange Zeit vergangen war, seitdem sie das letzte mal gemeinsam etwas aufgenommen hatten, arbeiteten sie doch unheimlich gut zusammen, und es war überwältigend, im Kontrollraum zu sitzen und ihnen zuzuschauen und zuzuhören, wie sie miteinander umgingen. Ich mußte oft denken, 'Mann, kein Wunder, daß sie die Besten waren!'. Aber ich hielt sie sowieso immer für die Größten."
"Sie sind noch immer großartige Musiker und Sänger. Paul und George sangen die Backing Vocals zusammen - und plötzlich waren sie wieder da, die BEATLES! Dabei mittendrin zu sein und einen gewissen Grad an Verantwortung für das Ergebnis zu tragen, war schon erstaunlich. Sie hatten viel Spaß miteinander und tauschten Erinnerungen an die alten Tage aus. Ich wartete darauf, mit der Aufnahme beginnen zu können, und normalerweise würde ich dann sagen, 'OK, laßt uns einen Take aufnehmen!', aber ich war einfach zu beschäftigt, ihnen zuzuhören und darüber zu schmunzeln, was sie sich so alles zu erzählen hatten!

SOS: Neben seiner Regieführung aus dem Kontrollraum zeichnete Lynne bei FREE AS A BIRD auch noch für Background Vocals und ein Gitarrenoverdub verantwortlich.

JL: "Aber ich wollte meine Finger so gut wie möglich davon lassen. Das einzige, was ganz auf mich zurückgeht, sind die ganzen komischen Soundschnipsel am Ende des Stücks. Ich stellte sicher, daß bei allem, was gemacht wurde, ihr Beitrag den Löwenanteil ausmachte."

SOS: Es muß sicher außergewöhnlich schwierig gewesen sein, mit Lennons groben Demos zu arbeiten und dann ein Ergebnis von hoher Qualität zu erzielen.

JL: "Es war sehr schwierig und einer der schwersten Jobs, die ich jemals zu bewältigen hatte, wegen der Natur des Ausgangsmaterials; es klang - vorsichtig ausgedrückt - sehr primitiv. Ich verbrachte ungefähr eine Woche in meinem eigenen Studio damit, die beiden Tracks (FAAB und REAL LOVE) mit einem Freund, MARC MANN, der ein großartiger Toningenieur, Musiker und Computerexperte ist, auf meinem Computer zu bereinigen. Wir probierten ein neues System zur Rauschunterdrückung aus, und es funktionierte tatsächlich. Bei REAL LOVE hatte ich das Problem, daß nicht nur ein störendes Brummen zu hören war, sondern auch jede Menge Rauschen, denn es war nur mit sehr geringen Pegel aufgenommen. Ich weiß nicht, die wievielte Generation einer Kopie der Kopie dies war, aber es müssen einige gewesen sein. Also mußte ich das Rauschen beseitigen, das Brummen und dann noch die Clicks, die sich über den ganzen Song verteilten. Es dauerte etwa eine Woche, alles von den Störgeräuschen zu säubern, bevor es überhaupt brauchbar wurde und auf ein DAT Master kopiert werden konnte. Neue Musik dazu einzuspielen war wirklich der leichtere Teil der Arbeit! FREE AS A BIRD hingegen war nicht halb so verrauscht wie REAL LOVE, und es genügte schon ein wenig EQ, um die meisten Probleme zu bereinigen.

SOS: Timing muß ein großes Problem gewesen sein, denn Lennon war dafür bekannt, daß er nie mit sich selbst im Takt blieb.

JL: "Nun, das ist bestimmt niemand, wenn er gerade einen Song komponiert. Schließlich denkst du ja nicht, 'Ich sollte besser ein Metronom benutzen, wenn ich diese Idee jetzt festhalte'. Du spielst es einfach frei von der Leber weg und hast deinen Spaß dabei. Und so bedurfte es einer Menge Arbeit, alles richtig zu timen, so daß die anderen dazu spielen konnten. Es ist ein recht komplexer Prozeß, aber aus irgendeinem Grund, wußte ich einfach, was zu tun war - durch das jahrelange Herumprobieren an anderen Material."

SOS: Für den Beatles-Fan Lynne muß es doch so ausgesehen haben, als ob alles, was er in seiner gesamten Karriere erreicht hat, ihn zu dieser ultimativen Herausforderung geführt hat. War es ein Gefühl wie in einer anderen Dimension?

JL: "Manchmal! Ich wachte morgens auf und dachte, 'Gott, ich arbeite heute mit den BEATLES, ich kann es kaum glauben!' Es war eine tolle, zauberhafte Zeit. Aber obwohl es den ultimativen musikalischen Thrill und die größte Freude für mich darstellte, war es doch irgendwie auch beängstigend, denn es war ja nie zuvor gemacht worden und du hattest keine Bezugspunkte. Ich meine, was macht man auf einer BEATLES-Platte, wenn der Sänger nicht dabei ist?"


Polnische GREATEST HITS ?

Sie sieht nicht nur so aus und heißt auch so wie das 1979er Album ELO'S GREATEST HITS von Jet/CBS, aber sie ist es doch nicht. Made in Europe 0241-68432-1 kommt vermutlich aus Polen und ist ein Bootleg.

Die Titelreihenfolge: ROCK'N'ROLL IS KING, HOLD ON TIGHT, DON'T BRING ME DOWN, ROCKARIA!, MR. BLUE SKY, TURN TO STONE, CALLING AMERICA, DON'T WALK AWAY, LAST TRAIN TO LONDON, TWILIGHT, CONFUSION, TELEPHONE LINE, TICKET TO THE MOON, SHOWDOWN, SHINE A LITTLE LOVE, SO GLAD YOU SAID GOODBYE, WHISKEY GIRLS, HERE IS THE NEWS.

Auffallend an diesem ELO-Album sind wohl die beiden Part II Songs von MOMENT OF TRUTH. Die Titel sind ansonsten die gängigen Samplerversionen ohne besondere Auffälligkeiten.


MOMENT aus Japan

Eine weitere Perle für notorische MOMENT OF TRUTH-Albensammler kommt aus Fernost. Denn auch die japanische 1995er MOT-Veröffentlichung unterscheidet sich nicht nur in ihrer Bestellnummer (VICTOR VICP-5616) von dem uns bekannten Album.

Zunächst einmal entdeckt man auf dem japanischen Manteletikett die Aufschrift DIGITAL REMASTER. Das japanische Werk hat also sein eigenes Master hergestellt, von dem die CDs gepreßt wurden. Dabei gingen fünf Sekunden der Gesamtspielzeit verloren und die Musik hört sich eine fast unmerkliche Winzigkeit "klarer" an.

Interessanter dagegen ist das Cover. An die deutsche Hülle reicht es zwar nicht heran, aber immerhin hat man sich für eine Veränderung des Titelbildes entschieden: Drei Marmortorbögen fliegen auf einer Fläche aus fleckigen Teppichfliesen (BEYOND THE DREAM läßt grüßen!) durch das Sonnensystem Richtung Mother Earth. Die Schrift für den Bandnamen etc. ist nicht besonders glücklich gewählt, was wahrscheinlich auch nicht wichtig ist, da das schließlich vom Etikett mit japanischer Aufschrift überdeckt wird. Im Inneren geht das Booklet so weiter, wie wir es vom EDEL-Cover her kennen und lieben (Außer daß der Fussel vom Tisch verschwunden ist!). Es wurde lediglich um zwölf Seiten Übersetzung erweitert. Auf dem CD-Label müssen sich die Japaner mit den schlicht in blauer Schrift gedruckten CD-Angaben begnügen.


Wer produziert Aerosmith?

Wie bereits seit längerem bekannt, hat Jeff Lynne mit "Lizard Love" einen Song der amerikanischen Rockband Aerosmith für ihr nächstes Album produziert. Gerüchteweise sollen sogar insgesamt sieben Songs bei der Zusammenarbeit entstanden sein. Dem widerspricht aber eine Meldung des deutschen Musiksenders VIVA, der im März zu berichten wußte, daß Aerosmith derzeit mit dem Produzenten Glen Ballard (der u.a. Alanis Morissette und Michael Jackson produziert hat) im Studio sind, um ihr neues Album aufzunehmen.


Letzte Änderung: 19.03.2001