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Noch Ende 1986 arbeiteten die Autoren an einer konsequenten Fortführung und Verbesserung der
Story und der Weltdiscographie, welche dann als Buch erscheinen sollte. 1987 wurde die Discographie
noch im Schulcomputer auf Weltniveau gebracht und 1988 eine komplett neue Story als Basis des
Buches zugrunde gelegt. Da das Aufstöbern immer neuer Veröffentlichungen ständige Korrekturen nach
sich zog, bestanden die Jahre 1989 und 1990 darin, alle neuen Informationen aufzuarbeiten und
umzuschreiben. Das Buch stand somit 1990 zum ersten mal kurz vor der Veröffentlichung und dem
Verkauf an einen Verlag. Durch die Gründung des Fanclubs FACE THE MUSIC GERMANY und der
Übernahme des britischen Magazins kamen viele neue Informationen hinzu, und es ergab sich die
Gelegenheit, mit den Bandmitgliedern persönlich bestimmte Sachverhalte abzuklären und über Dinge
erstmalig so zu berichten, wie sie noch nie in der Presse standen. Dieser direkte Draht zu
ELO Part II, Roy Wood und Tandy Morgan Smith brachte erstaunliches zutage,
ließ den Autoren aber zunächst einmal nicht viel Zeit, an ihrem Buch weiterzuarbeiten.
Ein großes Problem waren die vielen Anekdoten, die in der Presse über die Band erzählt wurden,
die aber zum Teil unwahr sind. Diese galt es auch zu berücksichtigen und richtigzustellen. Ein
Schlüsselerlebnis war dabei das Exclusivinterview mit Bev Bevan am 20.10.1991 in Dortmund, wobei
Bev FTM Germany erklärte, daß dem Autor seines Buches "Bev Bevan - The Electric Light Orchestra
Story", Garth Perce, beim Übertagen von Bevs Notizen und Diktaten einige Fehler unterlaufen sind,
so daß noch einige wichtige Fragen offenblieben und Fehler zum Teil manifestiert wurden. Nachdem
nun auch diese Punkte geklärt waren, lag die letzte Hürde nur noch darin, alle Neuerscheinungen zu
berücksichtigen und das Buch den Entwicklungen "hinterherzuschreiben".
Nun ist es fertig. UNEXPECTED MESSAGES wird es heißen, wie schon seit 1990 feststand, wobei der
Titel sich auf ein 1982er Namegame bezieht. Die Geschichte des Buches basiert auf den drei
Zentralfiguren, den Gründern des ELO, Roy Wood, Jeff Lynne und Bev Bevan, und beginnt mit den
Wurzeln dieser drei, wie sie bei The Move zusammenlaufen, in das Electric Light Orchestra mutieren,
und sich danach in drei Äste aufsplitten. Erzählt wird die komplette Geschichte mit allen Soloaktivitäten
und Beteiligungsarbeiten bei anderen Künstlern. Weiterhin umfaßt das Buch die Geschichte aller
Musiker, die jemals bei ELO oder The Move spielten und stellt auch dar, was sie vorher und nachher
gemacht haben. Nach der Geschichte und den Bildern kommt schließlich das Herzstück des Buches:
Die komplette (bis dato bekannte) Weltdiscographie aller Tonträger, die jemals irgendwo auf der Welt
erschienen sind, sehr übersichtlich aufgebaut und wiederum für alle (ehemaligen) Bandmitglieder. Im
Anhang gibt es dann als Übersicht die Chartpositions, alle Tourneedaten (einschließlich der
gecancelten), die Besetzungslisten, Coverversionen etc.
FAZIT: Es ist genau das Buch, welches wir uns schon immer gewünscht haben, in dem wir alles
nachlesen können, was wir schon immer wissen wollten (aber nie zu fragen wagten). Voraussichtlich ab
Mai erhältlich: GUTTENBACHER/HAINES/VON PETERSDORF: UNEXPECTED MESSAGES.
Einen weiteren Freundschaftsdienst leistete Eric letztes Jahr auch bei der Steinmanschen Produktion der Songs IT’S ALL COMING BACK TO ME NOW und RIVER DEEP, MOUNTAIN HIGH der Kanadierin CELINE DION, wo er ebenfalls die Background Vocals sang. Bei IT’S ALL COMING BACK TO ME NOW handelt es sich auch wieder um eine Coverversion, diesmal von Steinmans Band PANDORA’S BOX aus dem Jahr 1989. Celines Fassung dieses Songs ist, ebenso wie das Remake des Spector-Klasikers RIVER DEEP, MOUNTAIN HIGH gerade auf ihrem neuen Album FALLING INTO YOU erschienen.

Trevor Burton und Richard Tandy haben jetzt ein Livetape ihrer Konzerte herausgebracht. Es nennt sich
LIVE AT THE ADAM & EVE und wurde just dort (einem Pub in Birmingham) im Juni 1995 digital
aufgenommen. Das ganze hat eine MCPS (GEMA), das Label heißt RTTB und die Nummer lautet 1C,
was soviel heißt wie Richard Tandy Trevor Burton 1. Klasse. Richard hat das ganze zuhause in seinem
Studio nachbearbeitet, und die Band verkauft das Tape mittlerweile bei ihren Konzerten.
Was ist nun drauf? HIT THE ROAD AGAIN - eine Bluesnummer, CALL ME THE BREEZE - ein
Rock 'n' Roll, FULL MOON ON MAIN STREET - eine getragene Bluesballade, LEAN ON ME - ein
Bluesstück mit exzellenten Gitarren und Pianoläufen, WEREWOLVES OF LONDON - mit prima Slide,
erinnert an "Sweet Home Alabama", RUNNIN' OUT OF TIME - eine dramatisch gesungene Ballade,
deren Grundarrangement einen an "Purple Rain" erinnert, BUFFALO RIVER HOME - ebenso mit
dramatischer Slide und einem Touch Country, SUGAR MAMA - Blues pur mit typischen Riffs und
Jammergesang und zum Abschluß DOES YOUR MOMMA LIKE TO REGGAE - kein Reggae,
sondern ein Blues, dessen Rhythmusfiguren Erinnerungen an "Papa was a Rolling Stone" wachwerden
lassen.

Ende letzten Jahres stürzten sich die Medien im Zuge des Rummels um die ANTHOLOGY auf die
BEATLES und brachten ausführliche Berichte - leider kam Jeff Lynne als Produzent des "neuen" Songs
dabei kaum irgendwo zu Wort. Nicht so in der Dezemberausgabe des britischen Musikermagazins
SOUND ON SOUND, wo der große Meister Gelegenheit hatte, sich über seine Arbeit mit den Beatles
auszulassen. Das wollen wir Euch natürlich nicht vorenthalten!
JL: "Sich im innersten Heiligtum zu befinden und ein paar Wochen mit ihnen zu verbringen, war einfach
fantastisch. Obwohl eine lange Zeit vergangen war, seitdem sie das letzte mal gemeinsam etwas
aufgenommen hatten, arbeiteten sie doch unheimlich gut zusammen, und es war überwältigend, im
Kontrollraum zu sitzen und ihnen zuzuschauen und zuzuhören, wie sie miteinander umgingen. Ich mußte
oft denken, 'Mann, kein Wunder, daß sie die Besten waren!'. Aber ich hielt sie sowieso immer für die
Größten."
"Sie sind noch immer großartige Musiker und Sänger. Paul und George sangen die Backing
Vocals zusammen - und plötzlich waren sie wieder da, die BEATLES! Dabei mittendrin zu sein und
einen gewissen Grad an Verantwortung für das Ergebnis zu tragen, war schon erstaunlich. Sie hatten
viel Spaß miteinander und tauschten Erinnerungen an die alten Tage aus. Ich wartete darauf, mit der
Aufnahme beginnen zu können, und normalerweise würde ich dann sagen, 'OK, laßt uns einen Take
aufnehmen!', aber ich war einfach zu beschäftigt, ihnen zuzuhören und darüber zu schmunzeln, was sie
sich so alles zu erzählen hatten!
SOS: Neben seiner Regieführung aus dem Kontrollraum zeichnete Lynne bei FREE AS A BIRD auch
noch für Background Vocals und ein Gitarrenoverdub verantwortlich.
JL: "Aber ich wollte meine Finger so gut wie möglich davon lassen. Das einzige, was ganz auf mich
zurückgeht, sind die ganzen komischen Soundschnipsel am Ende des Stücks. Ich stellte sicher, daß
bei allem, was gemacht wurde, ihr Beitrag den Löwenanteil ausmachte."
SOS: Es muß sicher außergewöhnlich schwierig gewesen sein, mit Lennons groben Demos zu arbeiten
und dann ein Ergebnis von hoher Qualität zu erzielen.
JL: "Es war sehr schwierig und einer der schwersten Jobs, die ich jemals zu bewältigen hatte, wegen
der Natur des Ausgangsmaterials; es klang - vorsichtig ausgedrückt - sehr primitiv. Ich verbrachte
ungefähr eine Woche in meinem eigenen Studio damit, die beiden Tracks (FAAB und REAL LOVE) mit
einem Freund, MARC MANN, der ein großartiger Toningenieur, Musiker und Computerexperte ist, auf
meinem Computer zu bereinigen. Wir probierten ein neues System zur Rauschunterdrückung aus, und
es funktionierte tatsächlich. Bei REAL LOVE hatte ich das Problem, daß nicht nur ein störendes
Brummen zu hören war, sondern auch jede Menge Rauschen, denn es war nur mit sehr geringen
Pegel aufgenommen. Ich weiß nicht, die wievielte Generation einer Kopie der Kopie dies war, aber es
müssen einige gewesen sein. Also mußte ich das Rauschen beseitigen, das Brummen und dann noch
die Clicks, die sich über den ganzen Song verteilten. Es dauerte etwa eine Woche, alles von den
Störgeräuschen zu säubern, bevor es überhaupt brauchbar wurde und auf ein DAT Master kopiert
werden konnte. Neue Musik dazu einzuspielen war wirklich der leichtere Teil der Arbeit! FREE AS A
BIRD hingegen war nicht halb so verrauscht wie REAL LOVE, und es genügte schon ein wenig EQ, um
die meisten Probleme zu bereinigen.
SOS: Timing muß ein großes Problem gewesen sein, denn Lennon war dafür bekannt, daß er nie mit
sich selbst im Takt blieb.
JL: "Nun, das ist bestimmt niemand, wenn er gerade einen Song komponiert. Schließlich denkst du ja
nicht, 'Ich sollte besser ein Metronom benutzen, wenn ich diese Idee jetzt festhalte'. Du spielst es einfach
frei von der Leber weg und hast deinen Spaß dabei. Und so bedurfte es einer Menge Arbeit, alles richtig
zu timen, so daß die anderen dazu spielen konnten. Es ist ein recht komplexer Prozeß, aber aus
irgendeinem Grund, wußte ich einfach, was zu tun war - durch das jahrelange Herumprobieren an
anderen Material."
SOS: Für den Beatles-Fan Lynne muß es doch so ausgesehen haben, als ob alles, was er in seiner
gesamten Karriere erreicht hat, ihn zu dieser ultimativen Herausforderung geführt hat. War es ein Gefühl
wie in einer anderen Dimension?
JL: "Manchmal! Ich wachte morgens auf und dachte, 'Gott, ich arbeite heute mit den BEATLES, ich kann
es kaum glauben!' Es war eine tolle, zauberhafte Zeit. Aber obwohl es den ultimativen musikalischen
Thrill und die größte Freude für mich darstellte, war es doch irgendwie auch beängstigend, denn es war
ja nie zuvor gemacht worden und du hattest keine Bezugspunkte. Ich meine, was macht man auf einer
BEATLES-Platte, wenn der Sänger nicht dabei ist?"
Die Titelreihenfolge: ROCK'N'ROLL IS KING, HOLD ON TIGHT, DON'T BRING ME DOWN, ROCKARIA!,
MR. BLUE SKY, TURN TO STONE, CALLING AMERICA, DON'T WALK AWAY, LAST TRAIN TO
LONDON, TWILIGHT, CONFUSION, TELEPHONE LINE, TICKET TO THE MOON, SHOWDOWN,
SHINE A LITTLE LOVE, SO GLAD YOU SAID GOODBYE, WHISKEY GIRLS, HERE IS THE NEWS.
Auffallend an diesem ELO-Album sind wohl die beiden Part II Songs von MOMENT OF TRUTH. Die
Titel sind ansonsten die gängigen Samplerversionen ohne besondere Auffälligkeiten.

Eine weitere Perle für notorische MOMENT OF TRUTH-Albensammler kommt aus Fernost. Denn auch
die japanische 1995er MOT-Veröffentlichung unterscheidet sich nicht nur in ihrer Bestellnummer
(VICTOR VICP-5616) von dem uns bekannten Album.
Zunächst einmal entdeckt man auf dem japanischen Manteletikett die Aufschrift DIGITAL REMASTER.
Das japanische Werk hat also sein eigenes Master hergestellt, von dem die CDs gepreßt wurden.
Dabei gingen fünf Sekunden der Gesamtspielzeit verloren und die Musik hört sich eine fast unmerkliche
Winzigkeit "klarer" an.
Interessanter dagegen ist das Cover. An die deutsche Hülle reicht es zwar nicht heran, aber immerhin
hat man sich für eine Veränderung des Titelbildes entschieden: Drei Marmortorbögen fliegen auf einer
Fläche aus fleckigen Teppichfliesen (BEYOND THE DREAM läßt grüßen!) durch das Sonnensystem
Richtung Mother Earth. Die Schrift für den Bandnamen etc. ist nicht besonders glücklich gewählt, was
wahrscheinlich auch nicht wichtig ist, da das schließlich vom Etikett mit japanischer Aufschrift überdeckt
wird. Im Inneren geht das Booklet so weiter, wie wir es vom EDEL-Cover her kennen und lieben (Außer
daß der Fussel vom Tisch verschwunden ist!). Es wurde lediglich um zwölf Seiten Übersetzung
erweitert. Auf dem CD-Label müssen sich die Japaner mit den schlicht in blauer Schrift gedruckten
CD-Angaben begnügen.
Letzte Änderung: 19.03.2001